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Petice Chytrá energie

Aufregung in Siek bei Hamburg: Die 2000-Einwohner Gemeinde könnte als möglicher Standort für ein Atommüll-Endlager infrage kommen. Die Verwaltung hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt.

In der kleinen Gemeinde Siek bei Hamburg gibt es derzeit wohl nur ein Gesprächsthema: Die Prüfungen der Bundesgesellschaft für Endlagerung. Diese will herausfinden, ob der Salzstock in 800 Metern Tiefe als Endlager für radioaktive Überreste geeignet ist.

„Wir haben davon selbst nur durch eine Bürgeranfrage erfahren, hatten noch keinen Kontakt mit dem Bundesamt“, zitiert das Hamburger Abendblatt den Sieker Bürgermeister Arnold Trenner (SPD). Er sei bereits von weiteren besorgten Bürgern gefragt worden, ob ein solches Lager in der Gemeinde geplant sei. Trenner: „Konkret ist diese Gefahr jedoch noch nicht. Aber natürlich wollen wir hier weder ein Endlager für Atommüll noch die damit verbundenen Castor-Transporte.“

Das zuständige Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) betont: „Bei jedem Verfahrensschritt bindet das BfE die Öffentlichkeit ein“, wie es von einer Sprecherin gegenüber der Hamburger Zeitung heißt. In Siek hat die Lokalpolitik das Thema bislang nur in nicht öffentlichen Sitzungen beraten. Politik und Verwaltung wollen sich nun von Experten beraten lassen, um sich gegen die Wahl Sieks als Endlager zu wehren, sagt Bürgermeister Trenner dem „Abendblatt“.

Die Suche nach einem deutschen Endlager soll wissenschaftlich, transparent und ergebnisoffenablaufen. Aber einen Ort auszusuchen, wo hoch radioaktiver Abfall mindestens eine Million Jahre lang lagern soll, ist brisant.

Theoretisch kommt jeder Ort infrage – „weiße Landkarte“ heißt das Prinzip bei der Suche. Dann sortieren Experten mit Hilfe schon vorliegender Daten Regionen aus, die nicht infrage kommen – etwa weil Erdbebengefahr besteht oder viele Menschen dort wohnen. Im nächsten Schritt werden Gebiete ausgewählt,  die bestimmten Mindestaufforderungen entsprechen.

Anhand weiterer Kriterien wie der Nähe zu Wohngebieten werden dann theoretisch geeignete Standorte bestimmt. Es folgt eine Erkundung über Tage, dann unter Tage. Bis 2031 soll ein Standort gefunden sein.

Überhaupt erst neu gestartet wurde die Endlagersuche wegen des jahrzehntelange Streits um den niedersächsischen Salzstock Gorleben. Über keinen anderen potenziellen Standort weiß man so viel wie über diesen – daher fürchten Kritiker, dass es am Ende doch wieder auf Gorleben hinausläuft.

Pavel 08.01. 2018

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